ENDEARMENT Blog


Bierzeltgarni-Tour
11. Mai 2010, 14:10
Filed under: Allgemein

So, das Wochenende liegt hinter uns, es ist Zeit für eine Bilanz. Doch der Reihe nach:

Köln, Sonic Ballroom: Es waren wenig Leute da, aber die die da waren, hatten glaube ich Spaß.  Ob die geringe Besucherzahl am Dauerregen gelegen hat oder daran, dass Felix schon einen Tag zuvor mit Laszlo Panic und Ahuizotl im Blue Shell gespielt hat, oder an der voranschreitenden Glatze des Endearment-Schlagzeugers, wage ich nicht zu beurteilen. Ich persönlich denke, die Griechen sind schuld.
Jedenfalls waren die Electric Beatniks super, feinster Garage mit Charisma und Laune. Gitarrist Wolfgang hat früher bei den Computerjockeys gespielt (Ping Pong!) und erzählte uns, er habe bei einer Viva-Preisverleihung mal neben Tocotronic gesessen. Deren Manager habe ihn gefragt, ob sie nicht einen Toco-Remix machen wollen, und er habe geantwortet, dass es ihm leid tue, dass aber Tocotronic „zu den Bands gehört, die ich am beschissensten finde“. Respekt dafür!
Gegen Mitternacht spielten dann wir. War natürlich total oberaffengeil (oder gar oberaffentittengeil!), das Beste vom Besten und überhaupt – die Mozarte des Punkrock sind wir. Im Ernst: War sehr knorke und hat Jux gemacht. Das Publikum fand es laut einer selbstverständlich höchst repräsentativen Umfrage laut, aber gut.
Im Anschluss Musik vom Teller, der DJ war 1a und hat sich über die Songs, die er aufgelegt hat, jedes Mal gefreut, wie ein Schneekönig.

Gießen, Domizil: Am Domizil angekommen und Sachen ausgeladen. Es ist ein Kellerclub, der ziemlich ranzig, aber doch recht heimelig ist (abgesehen von den Klos, die sind wirklich die pure Barbarei – nicht so). Das Ding – also das Domizil, nicht das Klo – riecht sehr muffig und man freute sich, als später am Abend die ersten Raucher auftauchten. Vorher aber waren wir noch Sushi essen – ging so.
Als erstes spielten noch Arlo & Band (sorry, hab den Namen vergessen!). Hat mir gut gefallen, trotz offbeat-overdose. Ganz entspannt und durchaus sympathische Musiker. Zwischenzeitlich hatte sich das Domizil gut gefüllt und als wir begannen, konnte man tatsächlich von „voll“ sprechen. Wir spielten in Windeseile unser Programm, das Publikum verlangte nach mehr, doch wir mussten verneinen. Keine Uralt-Songs erstmal, und wenn doch, dann nur in kleinen Dosen (Die Redux-Version von We Are the Factory war ja dabei). Aber zwei neue Songs sind fast fertig und werden das nächste Mal präsentiert.
Direkt im Anschluss hüpfte Felix aka DJ Harvey hinter den Plattenteller und spielte Hit auf Hit. Wir tanzten los, einige Minuten später war die Tanzfläche voll und es wurde gehottet bis die Sperrstunde erreicht war. Eine Mordsgaudi.
Erwähnenswert sind noch einige Prominente, die sich auf unser Konzert verirrt hatten: Da war zum einen Alexander Klaws, der DSDS-Superstar aus Staffel 1, dann Charlie Sheen, der wirklich sehr kaputt war (da ist mehr als Alkohol im Spiel!), schließlich ein Schamane mit umgedrehtem Bienenkorb (oder Brotkorb?) auf dem Kopf. Der Mann ist nur in Gießen eine Größe, aber da kennt ihn jeder. Er war mal, erzählte er, auf einem Iggy Pop-Konzert, ansonsten war er stil und genoss sein Bier. Was sonst noch los war, habe ich vergießen. Buhaha.

Halle, Reilstraße: Mir wird gerade das Schreiben langweilig, deshalb nur kurz: Es handelt sich um eine wirklich schmucke Villa, die aber total heruntergekommen ist. Auch mit bescheidenen Mitteln könnte man, wenn man denn wollte, da einiges machen. So als Anregung für die Damen und Herren Autonomen. Die Veranstalter waren wild dabei, Alliierten- und Israelfahnen aufzupflanzen und Transparente zum Jahrestag zu befestigen. Alle sehr nett, sowohl die boys and girls als auch die Transparente.
Es gab zwei Konzerträume, der eine im Haus, dort war Rock, der andere in einer so genannten „chaise lounge“ im anliegenden Park, dort war Elektro. Dann gab’s noch ein Lagerfeuer und eine Cocktail-Bar. Insgesamt waren angeblich 500 Gäste da.
Vom Elektronischen hab ich nix mitbekommen, vom Rock alles. Zuerst Stakeout, eine der wohl „beschissensten“ (Wolfgang) Bands, die es auf diesem Planeten gibt. Ehrlich. Dagegen sind Tocotronic ein Diamant. Killerpilze in schlecht. Die Berliner machen peinlichen Pop-Punk mit deutschen Texten. Alle Gesten und Sprüche sind einstudiert, vermutlich gar von einer Beatsteaks Live-DVD abgeguckt. Der Sänger hat einen unglaublich hässlichen Bart (ungefähr so), die dauernden schlechten Witze sind fast noch schlimmer als die Protestsongtexte. Ekelhaft. Glücklicherweise mussten die Mucker-Macker aber schnell abreisen, weil sie auf einem „Festi“ in Berlin ein weiteres „Konzi“ spielen mussten.
Dann wurde es super. Snob Value sind nicht nur nette Zeitgenossen, sondern machen auch Remmidemmi-80s-Hardcore à la Black Flag. Inklusive großartige Ansagen („Halle scheint uns ziemlich langweilig zu sein. Ist nichts passiert“, „Das nächste Lied ist gegen Tante Emma-Läden. Die Ehemänner von Emma waren bestimmt alle an der Ostfront“ (oder so ähnlich)).
Dann wir. Kam glaube ich ganz gut an – zumindest bei denen, die solche (Postpunk!) Musik hören. Auf jeden Fall gab es Applaus und „Flughafen“-Rufe.
Nach uns Daturah. Nette Band, aber nicht meine Musi.
Dann wurde noch ein wenig gesoffen und gossip mit Freunden ausgetauscht. Am Ende landeten Felix und ich bei Genosse Peter, der uns seinen allerbesten Gin und ein erstklassiges Schlafsofa kredenzte. Mirco und Britta kehrten in ein Hotel ein, weil Endearment – darauf ist Verlass – immer dekadenter sind als es sich ein Punker erträumen kann.
Am nächsten Tag zurück. Wundersamerweise hatte niemand von uns an auch nur einem Morgen Kopfschmerzen. Wir rätseln noch warum. McDonald’s auf der Autobahn bei Halle bereitete uns gegen einen geringen Aufpreis ein wunderbares Frühstück (4x McMuffin Bacon&Egg, 4x Mc Griddles, 3x Cappuccino, 2x Käsetoast, 2x Sweet Croissant, 1x Rührei; hab ich was vergessen?).

That’s it. See you next time.

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Neue Konzerte im Mai
29. März 2010, 09:38
Filed under: Konzerte

Im Mai geht’s endlich mal wieder auf die Bühne nach einer langen Zeit der selbstgewählten Konzertabstinenz. Am 6. Mai spielen wir im Sonic Ballroom – Cologne’s Finest Punkrock Club – mit einer Truppe namens PG. Lost aus Schweden, genauer gesagt Norrköping. Wenn die live so gut sind wie auf Festplatte könnte das eine feine Sache werden. Überhaupt muss man ja sagen, dass die Schweden das Musizieren sehr gut drauf haben. Das hat vier Gründe:

1. Kriegen sie von ihrem skandinavischen Wohlfahrtsstaat kostenlos Proberäume gestellt.

2. Sind ihre Eltern alle im Beamtenapparat untergebracht (Staatsquote von über 50%) und haben deshalb genug Geld, um ihren Kindern frühzeitig Instrumente zu kaufen und für Musikunterricht zu sorgen.

3. hat Wasa-Knäckebrot ordentlich Kohlenhydrate.

4. Ist es in Schweden monatelang dunkel, so dass viele Schweden schonmal für einige Wochen im Proberaum versacken, weil sie nicht merken, dass bereits ein neuer Tag angefangen hat.

Alles beste Voraussetzungen, um gute Musik zu machen. Daher wird der Abend mit Sicherheit eine Granate. Wir sehen uns an der Theke!

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Am 7. Mai spielen wir vielleicht noch irgendwo, Informationen demnächst an dieser Stelle, am 8. Mai jedenfalls, dem Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation, werden wir in der Reilstraße 78 in Halle/Saale aufspielen. Dort ist ein Festival mit acht Bands – verschiedenen! -, von denen wir bisher glaube ich nur Daturah kennen. Mit denen musizierten wir irgendwann mal im AK 44 in Giessen und die machten so Wanddruckmusik Richtung Mogwai, wenn mich meine Erinnerungen nicht trüben. Die anderen Bands, die in Halle spielen, heißen: Stakeout, Snob Value, Classless Kulla, I’m Not A Band, Dadajugend Polyform, Ira Atari & Rampue. Ich bin gespannt.



Schnipp Schnapp Bumm Bumm
23. November 2009, 17:55
Filed under: 1

Astreine Party in Ilsdorf bei Mücke bei Gießen bei Frankfurt/M. am letzten Samstag. Ort der Feierei war eine ehemalige Kommune, von der sogar noch einige alte Kommunarden und deren Kinder zugegen waren.  Als der Kurzfilm über das wilde Kommunenleben in den 70ern gezeigt wurde, dachte ich mir, dass die bürgerliche Privatsphäre und die Trennung von Arbeit und Freizeit doch auch ihre Vorteile hat. Übrigens auch das Chef – Angestellter-Verhältnis, weil das immer noch besser ist als einen Haufen antiautioritär – und schon deshalb autoritär – gestimmter Aussteiger, die dir trotz vollkommener Ahnungslosigkeit 24 Stunden am Tag sagen wollen, was du zu tun und zu lassen hast, und du hast nicht mal die Möglichkeit, eine Gewerkschaft einzuschalten oder vors Arbeitsgericht zu ziehen. Nein, danke. Aber jedem Tierchen sein Pläsierchen, wie man so schön sagt.

Jedenfalls hatten alle Anwesenden Spaß, wage ich zu behaupten. Nach einer kurzen Led-Zep-Einlage, trat eine Band mit unbekanntem Namen auf, die technisch versierten und makellosen Poprock machten. Mit Geige, gut aussehendem Sänger und „witzigen“ Ansagen inklusive. Soll in Darmstadt der heißeste Scheiß sein (Zwinker). Ich könnte mir gut vorstellen, dass man das demnächst im Radio hört und es wird garantiert niemandem stören. Außer vielleicht diejenigen, die auch die grauenvollen Balladen, die Fred Durst singt, als eine pure Qual empfinden (wie ich), denn die Stimme des Barden klang exakt so – nur mit deutschen Texten.

Danach waren wir an der Reihe. Was soll ich sagen? Kurz und knackig, glaube ich. Die Leute hatten offensichtlich Freude an unserem Tun und der eine oder die andere sah sich ermutigt, ordentlich abzudancen. Auch Jaques, unser zweiter Sänger, war mit am Start, was mich persönlich, wenn ich das einmal sagen darf, ganz besonders freut.

Nach uns waren zwei Typen an der Reihe, die den Saal mit afrikanischer Trommelmusik beglückten. Der eine war ein Skinhead, der andere Sebastian „Schweini“ Schweinsteiger. Eines der beiden Stücke war als Soundtrack zu einem „afrikanischen Initiationsritus“ gedacht, erklärte man uns – nämlich die Beschneidung des Mannes. Die Beschneidung der Frauen sei, so versicherte man, „ein anderes Thema, das ich jetzt nicht anschneiden möchte“. Vom musikalischen Standpunkt aus betrachtet, schien mir das Dargebotene doch ein wenig zu traditionell, d.h. zu simpel zu sein. Ich weiß, dass es in der afrikanischen Musik solche und solche gibt und auch, dass es da echt komplizierte Rhythmen und ungewohnte Klänge gibt, aber doch scheint mir das Schema der mir bekannten Stücke doch recht einfältig zu sein. Und die beiden Herren änderten an diesem Eindruck nichts.

War aber auch nur der Übergang zum „Hauptact“: Dallas aus Hannover haben mal wieder so richtig die Luzy gerockt, dieses Mal sogar mit goldenem Ganzkörpergummianzug bzw. bauchfreien und übersimensionierten Unterhemden. Makin‘ Rock’n’Roll more sexy again! Einige neue Songs wußten auch zu überzeugen.

Danach Party Hard mit meinem Bruder Nöhl am Dreher, der – sieht man mal von den Venga Boys ab – niemals daneben griff. Gute Nacht.



Watt’n Tach
9. November 2009, 18:11
Filed under: 1

Das war was. Erst versteckte sich in der Bass-Tasche eine Gitarre, so dass wir erst noch durch halb Bielefeld kurven und telefonieren mussten, um uns einen zu leihen (Dank an So-Rim!), dann mussten wir im Proberaum feststellen, dass Mircos Verstärker geklaut worden ist. Als wir um halb neun im JZO ankamen, war die Begrüßung immerhin freundlich wie immer. Alles entspannt, ein durchaus schmackhafter Gemüseeintopf und (leider schlechtes) Bier in rauen Mengen. Im Konzertraum klirrende Kälte, die anderen Bands höflich, aber nicht besonders redselig. Naja.

Die erste Band, Knowskools, startete auch recht schnell und gefiel mir durchaus. Instrumentaler Postrock mit vielen Klangwänden (aber nicht so nervig brachial wie bei Mogwai) und gelegentlichem Drum’n’Bass-Schlagzeug. Nicht lahm, ja man könnte durchaus sagen: dynamisch. War jut. (Abgesehen davon, dass der Keyboarder die ganze Zeit seine E-Mails gecheckt hat während des Spielens und deshalb immer etwas abwesend wirkte.)

Als zweites folgte die andere Band des Knowskools-Drummers und die machte einen auf Trash Metal mit Punk-Attitüde. Auch wenn man davon absieht, dass der Sound mehr als beschissen und die Gitarren viel zu laut waren, hat mich das Ganze nicht wirklich überzeugt. Waren schon zwei, drei ganz gute Lieder dabei (so’n bisschen wie SOD vielleicht), aber der Bass fehlte wirklich und der Gesang war – nach allem, was man da so raushören konnte – nicht wirklich kraftvoll. Eher überdreht. Passte zum dürftigen, flaumesken Schnurbart des Sängers.

Das war jetzt fies, oder? However, war ganz cool, die Mucke von den Part Time Bandits, aber nicht der Brüller.

Wer allerdings auch nicht soch richtig der Brüller war an diesem Abend war – due to the fact that the bassverstärker brummte die ganze Zeit, weil jemand versehentlich ein Boxenkabel ins falsche Loch gesteckt hatte – die ansonsten natürlich großartige Band Endearment. Spierlerisch war’s ganz gut, aber Stimmung wollte erst aufkommen als der Fehler vor dem letzten Lied endlich bemerkt wurde und wir zwei Lieder nochmal gespielt haben – ohne brummen und quietschen. War also nicht so unser Tag.

Aber: Trotzdem ein lustiger Abend, v.a. dank Britta, Daniela und Julia. Und natürlich Julian, dem King of JZO (ist natürlich symbolisch gemeint; einen König darf es in einem anarchistischen Haus ja nicht geben!). Ach, by the way: Mein Vorschlag ans JZ: Man sollte sich nicht unter den Scheffel stellen, deshalb: Tauscht doch einfach das über der Bühne hängende Schild „Für eine alternative Subkultur!“ gegen eines mit der Aufschrift „Für eine alternative Hochkultur!“. Das wär doch mal was. Ansonsten: Bis nächstet mal, war weder ma schön jewesen.

Ach, noch was: Bei Mirco gab’s später noch das hier. Unglaublich, es gibt Sachen, die gibt’s gar nicht.



’ne Mucke in Ö
31. Oktober 2009, 13:50
Filed under: Konzerte

Ich hasse Musikerjargon. Das soll hier endlich mal festgehalten werden. Deswegen: Nächsten Samstag spielen wir keine Mucke, kein Konzi und auch keinen Gig! Sondern ein Konzert, im JZ Oerlinghausen. Das liegt bei Bielefeld, genauere Informationen über die Niklaas-Luhmann-Stadt demnächst an dieser Stelle im Konzertbericht.

Aber wir sehen uns ja vorher noch – und zwar im JZO am nächsten Samstag so gegen 21 Uhr. Es spielen noch zwei andere Bands, nämlich „Part Time Bandits“ und „Knowskools“.

Infos und weiterführende Links hier:

http://jzo.de/



King of Pop tot
26. Juni 2009, 19:09
Filed under: 1

Michael Jackson tut es seinem Vorgänger auf dem Posten des Popkönigs gleich und in China soll schon wieder ein Sack Reis umgefallen sein. Schlimm, schlimm das alles.

Aber gute Mucke gemacht hat er schon, früher mal, in den alten Zeiten. Aber die sind jetzt ja auch vorbei. Fragt sich nur noch, wer der nächste King of Pop wird: Daniel Schuhmacher? Wohl kaum! Ich plädiere für den Luchs mit den schnellen Fingern und der Goldkehle, Felix Hedderich. Der hat übrigens auch eine gute Rythmus- und Gitarrensektion an seiner Seite, fast so wie damals der Michael, als er noch nicht gemeint hat, seine Haut auswechseln lassen zu müssen…



Krisenfeste Preise im Hause Endearment
24. Juni 2009, 08:42
Filed under: 1

Geiz ist zwar nicht geil, aber man freut sich doch, wenn man für denselben Geldbetrag mehr Waren bekommt. Und weil gerade Krise ist und ihr sowieso immer weniger Geld haben werdet in den nächsten Jahren, haben wir uns ein supertolles Sonderangebot ausgedacht:

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