ENDEARMENT Blog


Schnipp Schnapp Bumm Bumm
23. November 2009, 17:55
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Astreine Party in Ilsdorf bei Mücke bei Gießen bei Frankfurt/M. am letzten Samstag. Ort der Feierei war eine ehemalige Kommune, von der sogar noch einige alte Kommunarden und deren Kinder zugegen waren.  Als der Kurzfilm über das wilde Kommunenleben in den 70ern gezeigt wurde, dachte ich mir, dass die bürgerliche Privatsphäre und die Trennung von Arbeit und Freizeit doch auch ihre Vorteile hat. Übrigens auch das Chef – Angestellter-Verhältnis, weil das immer noch besser ist als einen Haufen antiautioritär – und schon deshalb autoritär – gestimmter Aussteiger, die dir trotz vollkommener Ahnungslosigkeit 24 Stunden am Tag sagen wollen, was du zu tun und zu lassen hast, und du hast nicht mal die Möglichkeit, eine Gewerkschaft einzuschalten oder vors Arbeitsgericht zu ziehen. Nein, danke. Aber jedem Tierchen sein Pläsierchen, wie man so schön sagt.

Jedenfalls hatten alle Anwesenden Spaß, wage ich zu behaupten. Nach einer kurzen Led-Zep-Einlage, trat eine Band mit unbekanntem Namen auf, die technisch versierten und makellosen Poprock machten. Mit Geige, gut aussehendem Sänger und „witzigen“ Ansagen inklusive. Soll in Darmstadt der heißeste Scheiß sein (Zwinker). Ich könnte mir gut vorstellen, dass man das demnächst im Radio hört und es wird garantiert niemandem stören. Außer vielleicht diejenigen, die auch die grauenvollen Balladen, die Fred Durst singt, als eine pure Qual empfinden (wie ich), denn die Stimme des Barden klang exakt so – nur mit deutschen Texten.

Danach waren wir an der Reihe. Was soll ich sagen? Kurz und knackig, glaube ich. Die Leute hatten offensichtlich Freude an unserem Tun und der eine oder die andere sah sich ermutigt, ordentlich abzudancen. Auch Jaques, unser zweiter Sänger, war mit am Start, was mich persönlich, wenn ich das einmal sagen darf, ganz besonders freut.

Nach uns waren zwei Typen an der Reihe, die den Saal mit afrikanischer Trommelmusik beglückten. Der eine war ein Skinhead, der andere Sebastian „Schweini“ Schweinsteiger. Eines der beiden Stücke war als Soundtrack zu einem „afrikanischen Initiationsritus“ gedacht, erklärte man uns – nämlich die Beschneidung des Mannes. Die Beschneidung der Frauen sei, so versicherte man, „ein anderes Thema, das ich jetzt nicht anschneiden möchte“. Vom musikalischen Standpunkt aus betrachtet, schien mir das Dargebotene doch ein wenig zu traditionell, d.h. zu simpel zu sein. Ich weiß, dass es in der afrikanischen Musik solche und solche gibt und auch, dass es da echt komplizierte Rhythmen und ungewohnte Klänge gibt, aber doch scheint mir das Schema der mir bekannten Stücke doch recht einfältig zu sein. Und die beiden Herren änderten an diesem Eindruck nichts.

War aber auch nur der Übergang zum „Hauptact“: Dallas aus Hannover haben mal wieder so richtig die Luzy gerockt, dieses Mal sogar mit goldenem Ganzkörpergummianzug bzw. bauchfreien und übersimensionierten Unterhemden. Makin‘ Rock’n’Roll more sexy again! Einige neue Songs wußten auch zu überzeugen.

Danach Party Hard mit meinem Bruder Nöhl am Dreher, der – sieht man mal von den Venga Boys ab – niemals daneben griff. Gute Nacht.

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Watt’n Tach
9. November 2009, 18:11
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Das war was. Erst versteckte sich in der Bass-Tasche eine Gitarre, so dass wir erst noch durch halb Bielefeld kurven und telefonieren mussten, um uns einen zu leihen (Dank an So-Rim!), dann mussten wir im Proberaum feststellen, dass Mircos Verstärker geklaut worden ist. Als wir um halb neun im JZO ankamen, war die Begrüßung immerhin freundlich wie immer. Alles entspannt, ein durchaus schmackhafter Gemüseeintopf und (leider schlechtes) Bier in rauen Mengen. Im Konzertraum klirrende Kälte, die anderen Bands höflich, aber nicht besonders redselig. Naja.

Die erste Band, Knowskools, startete auch recht schnell und gefiel mir durchaus. Instrumentaler Postrock mit vielen Klangwänden (aber nicht so nervig brachial wie bei Mogwai) und gelegentlichem Drum’n’Bass-Schlagzeug. Nicht lahm, ja man könnte durchaus sagen: dynamisch. War jut. (Abgesehen davon, dass der Keyboarder die ganze Zeit seine E-Mails gecheckt hat während des Spielens und deshalb immer etwas abwesend wirkte.)

Als zweites folgte die andere Band des Knowskools-Drummers und die machte einen auf Trash Metal mit Punk-Attitüde. Auch wenn man davon absieht, dass der Sound mehr als beschissen und die Gitarren viel zu laut waren, hat mich das Ganze nicht wirklich überzeugt. Waren schon zwei, drei ganz gute Lieder dabei (so’n bisschen wie SOD vielleicht), aber der Bass fehlte wirklich und der Gesang war – nach allem, was man da so raushören konnte – nicht wirklich kraftvoll. Eher überdreht. Passte zum dürftigen, flaumesken Schnurbart des Sängers.

Das war jetzt fies, oder? However, war ganz cool, die Mucke von den Part Time Bandits, aber nicht der Brüller.

Wer allerdings auch nicht soch richtig der Brüller war an diesem Abend war – due to the fact that the bassverstärker brummte die ganze Zeit, weil jemand versehentlich ein Boxenkabel ins falsche Loch gesteckt hatte – die ansonsten natürlich großartige Band Endearment. Spierlerisch war’s ganz gut, aber Stimmung wollte erst aufkommen als der Fehler vor dem letzten Lied endlich bemerkt wurde und wir zwei Lieder nochmal gespielt haben – ohne brummen und quietschen. War also nicht so unser Tag.

Aber: Trotzdem ein lustiger Abend, v.a. dank Britta, Daniela und Julia. Und natürlich Julian, dem King of JZO (ist natürlich symbolisch gemeint; einen König darf es in einem anarchistischen Haus ja nicht geben!). Ach, by the way: Mein Vorschlag ans JZ: Man sollte sich nicht unter den Scheffel stellen, deshalb: Tauscht doch einfach das über der Bühne hängende Schild „Für eine alternative Subkultur!“ gegen eines mit der Aufschrift „Für eine alternative Hochkultur!“. Das wär doch mal was. Ansonsten: Bis nächstet mal, war weder ma schön jewesen.

Ach, noch was: Bei Mirco gab’s später noch das hier. Unglaublich, es gibt Sachen, die gibt’s gar nicht.



King of Pop tot
26. Juni 2009, 19:09
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Michael Jackson tut es seinem Vorgänger auf dem Posten des Popkönigs gleich und in China soll schon wieder ein Sack Reis umgefallen sein. Schlimm, schlimm das alles.

Aber gute Mucke gemacht hat er schon, früher mal, in den alten Zeiten. Aber die sind jetzt ja auch vorbei. Fragt sich nur noch, wer der nächste King of Pop wird: Daniel Schuhmacher? Wohl kaum! Ich plädiere für den Luchs mit den schnellen Fingern und der Goldkehle, Felix Hedderich. Der hat übrigens auch eine gute Rythmus- und Gitarrensektion an seiner Seite, fast so wie damals der Michael, als er noch nicht gemeint hat, seine Haut auswechseln lassen zu müssen…



Krisenfeste Preise im Hause Endearment
24. Juni 2009, 08:42
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Geiz ist zwar nicht geil, aber man freut sich doch, wenn man für denselben Geldbetrag mehr Waren bekommt. Und weil gerade Krise ist und ihr sowieso immer weniger Geld haben werdet in den nächsten Jahren, haben wir uns ein supertolles Sonderangebot ausgedacht:

1 x We Are The Factory 12″ LP

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zusammen für nur € 10.- plus Porto und Verpackung. Schreibt einfach eine Mail an contact@endearment.de



Schön war’s
9. Mai 2009, 18:52
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In Halle war es, trotz der strapaziösen Anfahrt, lustig. Das kann man glaube ich als Resümee so festhalten.

Wir kamen so gegen halb Acht an und mussten sofort ausladen. Sodann wurden uns die Backstageräumlichkeiten präsentiert und uns gezeigt, wie und wo wir an Bier und Essen herankämen. Kaum stand der Teller Eintopf – der lecker war, obwohl eindeutig das Hühnchen darin fehlte – vor uns auf dem Tisch, wurden wir auch schon aufgefordert, unsere Instrumente vorzubereiten, da wir um 20 Uhr zu spielen beginnen (obwohl es doch schon viertel nach war) sollten. Etwas genervt, aber durchaus willig trotteten wir zur Bühne, einer entgegen unseren Befürchtungen stinknormalen und durchaus vertrauenserweckenden  Open Air-Konstruktion, und bauten unseren Kram auf. Währenddessen zog, wohl aufgrund des Zornes der Götter, den wir durch unsere Drohgebärden gen Himmel erregt hatten, ein Sturm auf, der von einem heftigen Regenguss begleitet wurde. Stoisch wie wir sind, haben wir natürlich, ohne uns irgendetwas anmerken zu lassen, einfach weiter unseren Job erledigt – abgesehen davon, dass wir die ganze Zeit rumgeheult haben, jetzt fiele der „Gig“ (Musikersprache!) wohl ins Wasser. Kaum waren wir mit dem Soundcheck fertig, lugte jedoch die Sonne hinter den Wolken hervor und bereitete uns ein trockenes und laues Konzertklima.

Es war nun halb Zehn und langsam füllte sich das Festgelände. Leider war die schönste Tochter der Stadt jedoch nicht zu sehen. Wir starteten trotzdem mit unserem neuen Möchtegern-Smash-Hit „The Witch and the Dwarf“ – der übrigens zur Serie der fairytale-songs gehört – und begeisterten auf Anhieb zwei junge Damen, die vor der Bühne munter auf und ab hüpften. Das übrige Publikum war dagegen etwas zäher. Es musste mühsam – etwa so, wie wenn man ein Kaugummi nach und nach von einer Schuhsohle abpuhlt – vor die Bühne gelockt und mit dem Wums der Rythmussektion sowie den Melodeien unseres Sechsaiters betört werden. Ein hartes Geschäft! Doch es gab Applaus und auch einige zustimmende Zwischenrufe, so dass das für uns schon in Ordnung geht. Massenbegeisterung sieht aber sicherlich anders aus. Who cares?

Zum Gelände selbst sollte man noch etwas sagen: Es befand sich auf dem Grundstück des VL, eines wohl selbstverwalteten Zentrums, das einen Bioladen, eine Kneipe, einen Infoladen sowie ein Wohnprojekt umfasst. Überall waren Stände aufgebaut, die dem zahlungskräftigen Kunden Cocktails, Bier, Steaks (echte), veganes Gedöns und linksradikale Zeitschriften kredenzten. Das hatte wirklich ein bißchen was von einem gewöhnlichen Straßenfest, aber wer ist schon konservativer als Punker und Autonome?

Nunja, nach uns spielten jedenfalls erst die laut Eigenaussage „Anti-note“ produzierende HipHop-Truppe „Koljah, Nmzs, Panik Panzer„, die mit aggressivem Gedichte und radikalen Botschaften aufzuwarten wußten. Im Anschluß daran konnte sich der Besucher an der durchaus eintönigen und daher langweiligen Ska-Mucke von den „Chancers“ aus Prag ergötzen, die auch mächtig auf Rebellion machten. Nach und nach verlagerte sich für uns das Geschehen in die urgemütliche Kneipe, Juri Gagarin boten nebenan ihr garantiert Disco-taugliches BummBumm auf.

Die Nacht war kurz und schlecht, das Frühstück beim McDonald’s in Eisleben dagegen erstklassig. (Danke noch mal an die nette Servicekraft und die wohltuende Sonne!) Jetzt muss sich regeneriert werden. Auf ein nächstes Mal und danke schön an die Jugendantifa für einen gelungenen Abend.



Befreiungsfest in Halle/Saale
6. Mai 2009, 11:03
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Freitag ist es wieder soweit: Wir spielen zum Tanze im wunderhübschen Halle, der Stadt der schönen Künste, auf. Abgesehen davon, dass Halles Stadtwappen aussieht als sei die Stadt an der Saale Teil des Osmanischen Reiches und von der Tatsache, dass sie die Stadt mit den meisten Regentagen in Europa ist, lässt es sich dem Vernehmen nach dort sehr gut aus. Wir sind gespannt.

Was uns erwartet, wissen wir selbst nicht so genau. Die uns zur Verfügung stehenden Informationen sind etwas rar. Veranstalter jedenfalls ist die Jugendantifa Halle, die es immerhin im Verbund mit einigen Genossen schaffte, den Koordinationsrat der DKP Sachsen-Anhalt so vor Wut überschäumen zu lassen, dass er auf einem Schmuddelforum dazu aufrief, gegen diese vaterlandslosen Gesellen zur Tat zu schreiten. Na, wollen wir hoffen, dass die Arbeitermassen am Freitag nicht zum Prügeln, sondern zum Tanzen kommen.

Eine unserer Mitspielerinnen ist die Gruppe Juri Gagarin, die rotzige Elektromucke machen und sich gerne wie Stalins Schergen kleiden. Letzteres ist bestimmt – ich hoffe es – Ironie, denn wenn es nur Klamauk wäre, fände ich das wenig amüsant.

Aber ich bin da optimistisch. Wenn das Wetter mitspielt (wir musizieren draußen!), wird’s ’ne spitzen Fete.

C U in da mtf Hall, digga.