ENDEARMENT Blog


Erstklassige Sause in der Villa
15. April 2009, 13:49
Filed under: Konzerte

Trotz schönen Wetters waren die Aussichten auf einen vergnüglichen Abend am letzten Samstag zunächst eher verhalten: Schon die Fahrt ins ostwestfälische Bünde weckte in mir unangenehme Erinnerungen an Zeiten, in denen ich mich in dieser tristen Stadt aufhielt, um gegen Nazis zu demonstrieren oder konspirativen Versammlungen beizuwohnen. Als wir uns der Villa dann näherten, mussten wir feststellen, dass die Information, das autonom verwaltete Zentrum befinde sich nach zahlreichen, von der Stadt erzwungenen Umzügen nun in einem Container, tatsächlich zutrifft.

Als wir jedoch diesen Container betraten, gingen uns beinahe die Augen über: eine magische Box, die von außen wie eine Streichholzschachtel aussieht, aber von innen eine urgemütliche Konzertstube bereithält – mit Barbereich, Bühne und (ausgelagertem) Sofa-Biergarten. Während eine reizende Dame für uns eine ausnahmsweise mal schmackhafte Pasta zubereitete, begrüßten wir unsere heutigen Mitstreiter: unsere buddies von The Dallas Hannover aus Gießen (Widerspruch!) und die kurze Zeit später eintreffenden Anorak-Jacken aus Bielefeld.

Nach der obligatorischen, die Reihenfolge betreffenden Auslosung und dem Bühnenaufbau ging es dann los: Erst die grandiosen Dallas-Hannover-Gießener, deren leicht an Botch erinnernder Brachialsound neuerdings durch verschachtelte Grooveparts bereichert wird, dann wir – und zwar mit einem neuen Bandmitglied am Mikro. Weil Felix wegen eines akuten Halsverschluss- und Luftwegvirus‘ leider nicht singen konnte, übernahm rasch unser in der Bielefelder Innenstadt erworbenes rosa Einhorn Jaques diese Rolle – leider sang er etwas zu leise. Trotzdem, so berichtete mir später mein Halbbruder Jean-Pierre Noel Lenhard von TDH, hätten wir gerockt, was natürlich runtergeht wie Öl.  Zum Abschluss dann kamen noch die lieb klingenden, aber nichtsdestotrotz guten Anorak, deren Mucke sich von anfänglich blumfeldeskem Kitsch zu AC/DC (Hell’s Bells!) variierendem, teilweise Steely Danish klingendem Postrock zu einem furiosen Ende steigerte.

Ein runder Abend.


1 Kommentar so far
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Schön, schön, schön!

So schön wie der Abend…

Kommentar von Mirco




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