ENDEARMENT Blog


Mit den Hessen messen
8. Juni 2011, 11:57
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So, wieder da. Erstaunlich finde ich, dass Konzertreisen jedes Mal anders sind, obwohl doch der Ablauf immer derselbe ist: Fahren, Autobahnraste, Ankommen, Stadt angucken, Rumhängen, Kram reinschleppen, Aufbau, Soundcheck, Essen, Rumhängen 2, Merchandisestand aufbauen, Rumhängen 3, Konzertbeginn, Spielen, Theke, Party, zu spät ins Bett. Am nächsten Tag wegen Schlafmangel und ggf. Kopfschmerzen völlig fertig aufwachen, Körperpflege, Frühstück, Losfahren und dann wieder alles von vorne.

Und trotzdem: Irgendwas ist immer anders. Nidda z.B.: Niemand von uns wäre auf die Idee gekommen, dass dieses verschlafene 19.000-Einwohnerkaff hübsch anzusehen sein könnte, dass man dort genüsslich durch die mit Fachwerkhäusern gesäumte Altstadt schlendern und sogar ein Jüdisches Museum begutachten könnte. Das JUZ war, auch zu unserer Überraschung, fast schon beängstigend sauber und aufgeräumt. Empfangen wurden wir sehr nett von Klaus, dem (u.a.) Soundmann des Abends, und den sehr laut über PA laufenden Karate – die später dann auch wieder den Abend beschließen sollten. Unser Gastgeber Eric aka Daniel (?) war zwar nachmittags schon angetrunken, aber dafür sehr organisiert. Die anderen beiden Bands – Jagua Plant und Arlito’s Way – waren unkompliziert und freundlich, so dass einem gemütlichen Abend nichts mehr im Wege stand. Erst wurde gegrillt, dann gerockt. Im Anschluss sind wir dann in die beste Bar Niddas – die Couch – gegangen, was sehr lustig war. Dank an dieser Stelle nochmal an Marina!

Am nächsten Morgen in der Traube direkt auf dem Marktplatz gefrühstückt – hervorragende Bratkartoffeln mit Spiegelei und Leberkäs, Felix hatte Apfelstrudel. Mirco und Britta begnügten sich mit heimischem Dunkelbier. Dann Aufbruch nach Kassel, die Perle Hessens. Kilometerweite Betonplätze ohne Menschen und Bäume. Subversive Kunstwerke überall. Urbanisierte Langeweile. Aber! Das Karoshi. Ein super Laden mit netten Leuten. Lange Zeit nichts spektakuläres, doch dann tauchten plötzlich zahlreiche Einhörner in the vein of Jacques himself auf. Große Freude, stürmische Begrüßung, und dann schon die erste Band: Käfer K. Klingen ein bisschen wie Appleseed Cast mit etwas zu emoigem, turbostaateskem Gesang. Die Beatles (Kalauer!) haben gerockt, ein schönes Set. Dann Krawehl, mit solidem Indierock. Auch gut. Dann wir, dann Party, dann gute Nacht und dann um halb acht aufgestanden, um fünfeinhalb Stunden zurück zu gurken.

Bis nächstes Mal und Dank an alle.



Vormerken und kommen!
17. Mai 2011, 10:50
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Es stehen zwei Konzerte ins Haus und wir würden uns über zahlreiche Besucherschaft freuen:

Freitag, den 3.6.2011: Nidda, Juz

Samstag, den 4.6.2011: Kassel, Karoshi

Am Samstag spielen wir zusammen (bzw. nacheinander) mit Krawehl und Kaefer K, von denen mir gesagt wurde, sie seien spitze. Also: vorbeikommen und selber urteilen – vor allem aber Spaß haben.



Endearment im Bandcamp
26. Januar 2011, 14:27
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„Man muss auf jeden Zug aufspringen, der pünktlich abfährt.“ (Bahnchef Rüdiger Grube)

Und getreu dieser Weisheit gibt es Endearment jetzt auf bandcamp.com. Zugegebenermaßen noch sehr spartanisch, aber bald kann man dort alle Songs gratis anhören und gegen Geld runterladen.



rock music for the sonic youth
17. Januar 2011, 11:21
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Das Konzert am Thunderday im ehrenwürdigen Sonic Ballroom von und zu Köln war eine Mordsgaudi. Dieses Mal stimmte einfach alles. Die freundliche Aufnahme durch Roman und die nette Frau, deren Namen ich leider nicht weiß, die Mitband Carusella from Tel Aviv Beach, die Gäste – und all der Spaß, den jedermann bzw. -frau hatte.

Vor dem Konzert gab es noch ein ausgedehntes Palaver über „cuttings from Germany that went to Poland and France after the War“ und über die Dummheit der Saarländer, die sich mehrfach in der Geschichte freiwillig dafür entschieden haben, zu Deutschland gehören zu wollen (obwohl Länderfinanzausgleich…). Nach leckerem vegetarischen Allerlei mit – das sei negativ vermerkt – recht labberiger Tomatensauce ging’s auf die „stage“ (Rudolf Schenker). Dort zeigte sich dann, dass jahrelanges Miteinandermusizieren den positiven Effekt hat, dass man auch einfach mal dreieinhalb Monate nicht proben kann und sich dann trotzdem nicht verspielt. Wie auch immer, dem Publikum gefiel es offenkundig, was uns wiederum Spaß machte und somit eine herrliche Spirale des Glücks (klingt das irgendwie anzüglich? soll es nicht) hervorbrachte.

Nach uns kamen Carusella an die Reihe und haben – so muss man das wohl nennen – den Ballroom in Grund und Boden gerockt mit ihrem powermetalmäßig aufgetunten Postrock, der allerdings, so ein Experte aus dem Kölner Südstadion, manchmal ein klein wenig nach Korn klang. Das ist allerdings, wie man es von diesem geheimnisvollen Unbekannten gewohnt ist, die gehässige Interpretation. Mir und fast allen anderen hat es gut gefallen, einzig die lange Spielzeit ging mir irgendwann auf den Sack. Im Anschluss gab es Schnaps in mannigfaltiger Ausführung und die üblichen Faxen. Bis demnächst.

PS: Am nächsten Tag wurde noch heftig geprobt und dabei zwei – natürlich brillante – neue Songs fertiggemacht, die dann in Kürze zu hören sein werden.



Daheim & Unterwegs
20. September 2010, 16:34
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Aus der Tour ist durch unglückliche und ärgerliche Umstände (s.u.) eine nichtsdestotrotz feine, kleine Konzertreise geworden.

1. Landau’s Burning

Nach intensiver Prober- und Feier-Ei in Kölle machten wir uns am Samstag gen Pfalz auf, um im Landauer Fatal aufzuspielen. Wir wurden höchst freundlich begrüßt, sowohl von den Veranstaltern als auch von unseren Mitmusikern Whale vs. Elephant. Das Essen war wunderbar, auf der Speisekarte stand nemlich ein echtes Chili, leckerste Ofenkartoffeln mit Kräutergedöns, eine Art Joghurt-Dip nach altem Geheimrezept mit eindeutigen Grüne Soß-Parallelen (trotz andersartiger Kolloration) sowie ein Feta-Tomaten-Auflauf. Da will und darf man nicht meckern.

Nachdem soundmäßig alles im Lot war, sind wir erst einmal auf die Kirmes am Fuße des Uniberges (Ja, Landau hat eine Uni; ist zwar eine Split-Uni mit Koblenz, aber immerhin! Und das bei nur 43.000 Einwohnern…). Das Riesenrad gefiel sich und uns, trotz Bryan Adams und Pretty Woman. Danach zurück und Rockmusik in front of some 40 people. Man hatte Spaß oder fand nur unsere bodies (sprich: baddies) hot („Nackt gefallt ihr mir besser!“). Danach der Walelephant mit sympathischer Elektro-Relax-Akrobatik. Nach kurzer Punkdisse mit Slime kurze Fahrt zu unserem formidablen Gastgeber Rajko. Recht kurze, aber einigermaßen entspannte Nacht, hervorragendes Frühstück (insbesondere das chefige Spiegelei ist an dieser Stelle lobend hervorzuheben) und Abfahrt gen Munich – zur Wies’n. Stake Out ist übrigens auch eine tolle Band, die ich euch ans Herz legen möchte.

2. München, Mit Bryan Adams auf der Wies’n

Nicht Stake Out aus Berlin, dafür aber Bryan Adams aus Kingston, Ontario, der uns schon bei unserer Riesenradfahrt in Landau beglückt hatte, wartete am nächsten Abend im Augustinerbräufestzelt auf der Wies’n auf uns mit seinem Powerhit „Summer of 69“. Den nämlich intonierte das Orchester just als wir es geschafft hatten, uns eine Maß zu organisieren. Das Treiben sagte uns überraschenderweise zu, denn es war weniger volkstümlich als gedacht. Die Stimmung war heiter und ausgelassen, aber nicht aggressiv. Wir warfen noch mit Lederbällen auf Dosen und erspielten eine Plastikrose und nahmen danach die Mini-Mouse-Bahn mit, die nicht so heißt, aber von uns aus Protest gegen die Verdrängung der Comicfiguren durch 3D-Filme absichtsvoll trotzdem so tituliert wird – und weil ich den richtigen Namen vergessen habe.

3. Wien: Schnitzel-, Würstchen- und Sissistadt (in dieser Reihenfolge)

In knapp 5 Stunden nach Wien gebraust, im Arena wie beabsichtigt viel zu früh angekommen und dann in die Stadt gefahren, um Sehenswürdigkeiten anzugucken. Als wir wieder zurück in der Arena waren, trafen wir das erste Mal auf die Uzbeks, die noch etwas wortkarg, aber durchaus freundlich waren. Leider waren viel zu wenig Leute da, ob es am schönen Wetter, an mangelnder Werbung, dem Wiener Konservativismus oder unserer Musik lag, weiß ich nicht. Die, die da waren, hatten aber dem Vernehmen nach Spaß, insofern ist alles paletti. Netterweise haben zwei gute Freunde uns in ihrem unbescheidenen Zuhause aufgenommen, sodass wir um eine Nacht zu zehnt in einem winzigen Zimmer herumkamen, was zwar den Punkfaktor enorm herabsetzte, aber dafür auch den Punkfaktor enorm herabsetzte. Lustige After Show-„Party“ und bis in die Morgenstunden hinein gequatscht, bei original Ottakringer Bier über Stake Out gelästert. Am nächsten Tag gab’s dann trotz allgemeiner Ermattungserscheinungen noch eine schöne Stadtbesichtigung – danke Alex und Elisabeth! Nach einem kräftigenden Morgenthau-Tee an der Hofburg (ah, bevor ich’s vergesse: wir waren natürlich auch in Thomas Bernhards Stammpinte), ging’s ab ins Auto und dann ab und davon.

4. Königshof, Mittlerer Osten

Königsdorf ist nicht im eigentlichen Sinne eine Stadt; auch kein Dorf, sondern mehr ein „Ort“. Genauer gesagt: eine Kreuzung, an die eine Straße anschließt, die die „Römersiedlung“ (circa 11 Häuser) mit der „Kirchsiedlung“ (zwei Kirchen, eine evangelisch, eine katholisch, dazwischen ein Bach) miteinander verbindet. Drum herum stehen Obstbäume und Maisfelder, alles ist hübsch, aber irgendwie sehr verlassen. Ein Platz im Nichts, am Ende der Welt. Glaubt man den Fakten, dann ist Königsdorf im südlichen Burgenland, etwa 10 km vor der ungarischen Grenze. Wie auch immer: Wir wurden sehr nett empfangen, bekamen gleich ein Zimmer in einer ausrangierten Pension zugeteilt (zu Zeiten des Eisernen Vorhangs mussten vielmehr LKW hier pausieren; da rollte der Rubel noch). Bier wurde uns quasi aufgezwungen, wenn auch mit freudigem Einverständnis unsererseits. Nur Felix wurde leider zusehends kränker und legte sich aufs Ohr. Abends spielten fünf „Acts“ (siehe dazu auch: „Gigs“; „Konzi“): Erst ein lautkehliger Coversonggitarrenspieler, der durchaus Freude zu bereiten wusste (vor allem seinen mitangereisten Fans), dann eine örtliche HC-Band namens On With Life, die persönlich sehr nett, aber musikalisch etwas einfallslos waren (wenn auch 1.000.000 besser als Stake Out), dann wir (nach dem zweiten Song Stimmausfall bei Felix, aber trotzdem funky shit, mannnnnn!), dann die Uzbeks (dieses mal in Höchstform! מצוין! תודה רבה) und zuguterletzt ein furchtbar verstimmter, sympathischer, anarchistoider Singer/Songwriter. Runde Sache, hat Feetz gemacht.

5. München, Nee-o-keller

Völlig fertig in München angekommen, dann, drei Stunden vor dem Konzert, die Nachricht von den Veranstaltern, dass es nicht stattfinden kann, weil eine Sozialarbeiterin meint, sie müsse Konzerte vorher bei der Polizei anmelden (wtf? DDR?) und überhaupt noch ein prinzipielles Hühnchen (Unterart des Rebhuhns) mit der Neokeller-Crew zu rupfen hat. Genervte Stimmung, heftiges Telefonieren, um das Konzert in letzter Minute zu verlegen, dann der Befund: et lohnt sisch net. Gekocht, Wein und Whisky geöffnet und doch noch gespielt – wenn auch Karten. Am selben Abend das Konzert in Passau abgesagt, weil Felix zu allem Überfluss mittlerweile so krank war, dass er keine Silbe mehr rausbrachte. Wird nachgeholt, versprochen. Und die Tour wird nächstes Mal besser geplant und dann auch etwas glücklicher verlaufen. Egal, es waren lustige Tage und immerhin sind wir nicht Stake Out.



Mini-A-Tour 2010
2. September 2010, 09:09
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Klein, aber fein. Alle kommen!

18.09.10 Landau: Fatal

21.09.10 Wien (A): Arena 3Raum

22.09.10 Königsdorf (A): Cafè Traverse

23.09.10 München: Neokeller

24.09.10 Schwabing: Englischer Garten, Liegewiese hinten rechts

25.09.10 Passau: Zeughaus

Außer in Passau und Landau spielen wir zusammen mit der israelischen HC/Punk-Band Uzbeks, bei denen man auch schon mal reinhören kann. Im Neokeller wird es übrigens im Anschluss eine Sause geben. Ich freu mich.



Konzert gesucht!
9. Juli 2010, 16:34
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Wir suchen anlässlich unserer Tour noch ein Konzert für den 19.  September im Raum Karlsruhe, Stuttgart in Richtung München. Bitte eifrig melden, denn sonst entgeht euch was…

contact@endearment.de



Bierzeltgarni-Tour
11. Mai 2010, 14:10
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So, das Wochenende liegt hinter uns, es ist Zeit für eine Bilanz. Doch der Reihe nach:

Köln, Sonic Ballroom: Es waren wenig Leute da, aber die die da waren, hatten glaube ich Spaß.  Ob die geringe Besucherzahl am Dauerregen gelegen hat oder daran, dass Felix schon einen Tag zuvor mit Laszlo Panic und Ahuizotl im Blue Shell gespielt hat, oder an der voranschreitenden Glatze des Endearment-Schlagzeugers, wage ich nicht zu beurteilen. Ich persönlich denke, die Griechen sind schuld.
Jedenfalls waren die Electric Beatniks super, feinster Garage mit Charisma und Laune. Gitarrist Wolfgang hat früher bei den Computerjockeys gespielt (Ping Pong!) und erzählte uns, er habe bei einer Viva-Preisverleihung mal neben Tocotronic gesessen. Deren Manager habe ihn gefragt, ob sie nicht einen Toco-Remix machen wollen, und er habe geantwortet, dass es ihm leid tue, dass aber Tocotronic „zu den Bands gehört, die ich am beschissensten finde“. Respekt dafür!
Gegen Mitternacht spielten dann wir. War natürlich total oberaffengeil (oder gar oberaffentittengeil!), das Beste vom Besten und überhaupt – die Mozarte des Punkrock sind wir. Im Ernst: War sehr knorke und hat Jux gemacht. Das Publikum fand es laut einer selbstverständlich höchst repräsentativen Umfrage laut, aber gut.
Im Anschluss Musik vom Teller, der DJ war 1a und hat sich über die Songs, die er aufgelegt hat, jedes Mal gefreut, wie ein Schneekönig.

Gießen, Domizil: Am Domizil angekommen und Sachen ausgeladen. Es ist ein Kellerclub, der ziemlich ranzig, aber doch recht heimelig ist (abgesehen von den Klos, die sind wirklich die pure Barbarei – nicht so). Das Ding – also das Domizil, nicht das Klo – riecht sehr muffig und man freute sich, als später am Abend die ersten Raucher auftauchten. Vorher aber waren wir noch Sushi essen – ging so.
Als erstes spielten noch Arlo & Band (sorry, hab den Namen vergessen!). Hat mir gut gefallen, trotz offbeat-overdose. Ganz entspannt und durchaus sympathische Musiker. Zwischenzeitlich hatte sich das Domizil gut gefüllt und als wir begannen, konnte man tatsächlich von „voll“ sprechen. Wir spielten in Windeseile unser Programm, das Publikum verlangte nach mehr, doch wir mussten verneinen. Keine Uralt-Songs erstmal, und wenn doch, dann nur in kleinen Dosen (Die Redux-Version von We Are the Factory war ja dabei). Aber zwei neue Songs sind fast fertig und werden das nächste Mal präsentiert.
Direkt im Anschluss hüpfte Felix aka DJ Harvey hinter den Plattenteller und spielte Hit auf Hit. Wir tanzten los, einige Minuten später war die Tanzfläche voll und es wurde gehottet bis die Sperrstunde erreicht war. Eine Mordsgaudi.
Erwähnenswert sind noch einige Prominente, die sich auf unser Konzert verirrt hatten: Da war zum einen Alexander Klaws, der DSDS-Superstar aus Staffel 1, dann Charlie Sheen, der wirklich sehr kaputt war (da ist mehr als Alkohol im Spiel!), schließlich ein Schamane mit umgedrehtem Bienenkorb (oder Brotkorb?) auf dem Kopf. Der Mann ist nur in Gießen eine Größe, aber da kennt ihn jeder. Er war mal, erzählte er, auf einem Iggy Pop-Konzert, ansonsten war er stil und genoss sein Bier. Was sonst noch los war, habe ich vergießen. Buhaha.

Halle, Reilstraße: Mir wird gerade das Schreiben langweilig, deshalb nur kurz: Es handelt sich um eine wirklich schmucke Villa, die aber total heruntergekommen ist. Auch mit bescheidenen Mitteln könnte man, wenn man denn wollte, da einiges machen. So als Anregung für die Damen und Herren Autonomen. Die Veranstalter waren wild dabei, Alliierten- und Israelfahnen aufzupflanzen und Transparente zum Jahrestag zu befestigen. Alle sehr nett, sowohl die boys and girls als auch die Transparente.
Es gab zwei Konzerträume, der eine im Haus, dort war Rock, der andere in einer so genannten „chaise lounge“ im anliegenden Park, dort war Elektro. Dann gab’s noch ein Lagerfeuer und eine Cocktail-Bar. Insgesamt waren angeblich 500 Gäste da.
Vom Elektronischen hab ich nix mitbekommen, vom Rock alles. Zuerst Stakeout, eine der wohl „beschissensten“ (Wolfgang) Bands, die es auf diesem Planeten gibt. Ehrlich. Dagegen sind Tocotronic ein Diamant. Killerpilze in schlecht. Die Berliner machen peinlichen Pop-Punk mit deutschen Texten. Alle Gesten und Sprüche sind einstudiert, vermutlich gar von einer Beatsteaks Live-DVD abgeguckt. Der Sänger hat einen unglaublich hässlichen Bart (ungefähr so), die dauernden schlechten Witze sind fast noch schlimmer als die Protestsongtexte. Ekelhaft. Glücklicherweise mussten die Mucker-Macker aber schnell abreisen, weil sie auf einem „Festi“ in Berlin ein weiteres „Konzi“ spielen mussten.
Dann wurde es super. Snob Value sind nicht nur nette Zeitgenossen, sondern machen auch Remmidemmi-80s-Hardcore à la Black Flag. Inklusive großartige Ansagen („Halle scheint uns ziemlich langweilig zu sein. Ist nichts passiert“, „Das nächste Lied ist gegen Tante Emma-Läden. Die Ehemänner von Emma waren bestimmt alle an der Ostfront“ (oder so ähnlich)).
Dann wir. Kam glaube ich ganz gut an – zumindest bei denen, die solche (Postpunk!) Musik hören. Auf jeden Fall gab es Applaus und „Flughafen“-Rufe.
Nach uns Daturah. Nette Band, aber nicht meine Musi.
Dann wurde noch ein wenig gesoffen und gossip mit Freunden ausgetauscht. Am Ende landeten Felix und ich bei Genosse Peter, der uns seinen allerbesten Gin und ein erstklassiges Schlafsofa kredenzte. Mirco und Britta kehrten in ein Hotel ein, weil Endearment – darauf ist Verlass – immer dekadenter sind als es sich ein Punker erträumen kann.
Am nächsten Tag zurück. Wundersamerweise hatte niemand von uns an auch nur einem Morgen Kopfschmerzen. Wir rätseln noch warum. McDonald’s auf der Autobahn bei Halle bereitete uns gegen einen geringen Aufpreis ein wunderbares Frühstück (4x McMuffin Bacon&Egg, 4x Mc Griddles, 3x Cappuccino, 2x Käsetoast, 2x Sweet Croissant, 1x Rührei; hab ich was vergessen?).

That’s it. See you next time.



Neue Konzerte im Mai
29. März 2010, 09:38
Filed under: Konzerte

Im Mai geht’s endlich mal wieder auf die Bühne nach einer langen Zeit der selbstgewählten Konzertabstinenz. Am 6. Mai spielen wir im Sonic Ballroom – Cologne’s Finest Punkrock Club – mit einer Truppe namens PG. Lost aus Schweden, genauer gesagt Norrköping. Wenn die live so gut sind wie auf Festplatte könnte das eine feine Sache werden. Überhaupt muss man ja sagen, dass die Schweden das Musizieren sehr gut drauf haben. Das hat vier Gründe:

1. Kriegen sie von ihrem skandinavischen Wohlfahrtsstaat kostenlos Proberäume gestellt.

2. Sind ihre Eltern alle im Beamtenapparat untergebracht (Staatsquote von über 50%) und haben deshalb genug Geld, um ihren Kindern frühzeitig Instrumente zu kaufen und für Musikunterricht zu sorgen.

3. hat Wasa-Knäckebrot ordentlich Kohlenhydrate.

4. Ist es in Schweden monatelang dunkel, so dass viele Schweden schonmal für einige Wochen im Proberaum versacken, weil sie nicht merken, dass bereits ein neuer Tag angefangen hat.

Alles beste Voraussetzungen, um gute Musik zu machen. Daher wird der Abend mit Sicherheit eine Granate. Wir sehen uns an der Theke!

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Am 7. Mai spielen wir vielleicht noch irgendwo, Informationen demnächst an dieser Stelle, am 8. Mai jedenfalls, dem Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation, werden wir in der Reilstraße 78 in Halle/Saale aufspielen. Dort ist ein Festival mit acht Bands – verschiedenen! -, von denen wir bisher glaube ich nur Daturah kennen. Mit denen musizierten wir irgendwann mal im AK 44 in Giessen und die machten so Wanddruckmusik Richtung Mogwai, wenn mich meine Erinnerungen nicht trüben. Die anderen Bands, die in Halle spielen, heißen: Stakeout, Snob Value, Classless Kulla, I’m Not A Band, Dadajugend Polyform, Ira Atari & Rampue. Ich bin gespannt.



Schnipp Schnapp Bumm Bumm
23. November 2009, 17:55
Filed under: 1

Astreine Party in Ilsdorf bei Mücke bei Gießen bei Frankfurt/M. am letzten Samstag. Ort der Feierei war eine ehemalige Kommune, von der sogar noch einige alte Kommunarden und deren Kinder zugegen waren.  Als der Kurzfilm über das wilde Kommunenleben in den 70ern gezeigt wurde, dachte ich mir, dass die bürgerliche Privatsphäre und die Trennung von Arbeit und Freizeit doch auch ihre Vorteile hat. Übrigens auch das Chef – Angestellter-Verhältnis, weil das immer noch besser ist als einen Haufen antiautioritär – und schon deshalb autoritär – gestimmter Aussteiger, die dir trotz vollkommener Ahnungslosigkeit 24 Stunden am Tag sagen wollen, was du zu tun und zu lassen hast, und du hast nicht mal die Möglichkeit, eine Gewerkschaft einzuschalten oder vors Arbeitsgericht zu ziehen. Nein, danke. Aber jedem Tierchen sein Pläsierchen, wie man so schön sagt.

Jedenfalls hatten alle Anwesenden Spaß, wage ich zu behaupten. Nach einer kurzen Led-Zep-Einlage, trat eine Band mit unbekanntem Namen auf, die technisch versierten und makellosen Poprock machten. Mit Geige, gut aussehendem Sänger und „witzigen“ Ansagen inklusive. Soll in Darmstadt der heißeste Scheiß sein (Zwinker). Ich könnte mir gut vorstellen, dass man das demnächst im Radio hört und es wird garantiert niemandem stören. Außer vielleicht diejenigen, die auch die grauenvollen Balladen, die Fred Durst singt, als eine pure Qual empfinden (wie ich), denn die Stimme des Barden klang exakt so – nur mit deutschen Texten.

Danach waren wir an der Reihe. Was soll ich sagen? Kurz und knackig, glaube ich. Die Leute hatten offensichtlich Freude an unserem Tun und der eine oder die andere sah sich ermutigt, ordentlich abzudancen. Auch Jaques, unser zweiter Sänger, war mit am Start, was mich persönlich, wenn ich das einmal sagen darf, ganz besonders freut.

Nach uns waren zwei Typen an der Reihe, die den Saal mit afrikanischer Trommelmusik beglückten. Der eine war ein Skinhead, der andere Sebastian „Schweini“ Schweinsteiger. Eines der beiden Stücke war als Soundtrack zu einem „afrikanischen Initiationsritus“ gedacht, erklärte man uns – nämlich die Beschneidung des Mannes. Die Beschneidung der Frauen sei, so versicherte man, „ein anderes Thema, das ich jetzt nicht anschneiden möchte“. Vom musikalischen Standpunkt aus betrachtet, schien mir das Dargebotene doch ein wenig zu traditionell, d.h. zu simpel zu sein. Ich weiß, dass es in der afrikanischen Musik solche und solche gibt und auch, dass es da echt komplizierte Rhythmen und ungewohnte Klänge gibt, aber doch scheint mir das Schema der mir bekannten Stücke doch recht einfältig zu sein. Und die beiden Herren änderten an diesem Eindruck nichts.

War aber auch nur der Übergang zum „Hauptact“: Dallas aus Hannover haben mal wieder so richtig die Luzy gerockt, dieses Mal sogar mit goldenem Ganzkörpergummianzug bzw. bauchfreien und übersimensionierten Unterhemden. Makin‘ Rock’n’Roll more sexy again! Einige neue Songs wußten auch zu überzeugen.

Danach Party Hard mit meinem Bruder Nöhl am Dreher, der – sieht man mal von den Venga Boys ab – niemals daneben griff. Gute Nacht.